FACH-/BÜCHER UND READER

„Was tun, wenn wirklich weite Dimensionen, wenn reale Vielfalt und provokante Komplexitäten dazu zwingen, die inneren Landkarten neu zu zeichnen?“ Peter  Sloterdijk




Vergnüglich lernen!

von Ulrike Winkelmann   I   Ein Praxisbuch über die Lehr- und Lernmethode der Dramapädagogik. Mit 10 Unterrichtsbeispielen für die Sekundarstufen 1 und 2   I   Verlag für Vergnügliches Lernen Berlin 2015 (Paperback)

Die Dramapädagogik (drama griechisch = Handlung) ist eine handlungsbezogene Lehr- und Lernmethode, in der die einzelnen Kunstformen des Mediums Theater didaktisch miteinander verbunden werden:

Darstellung, Inszenierung, Gestaltung, Musik, Tanz und Schreiben.

Die Methode Dramapädagogik vereint Sinnlichkeit und Körperlichkeit, Kognition und Emotion auf vergnüglich-spielerische Art und Weise. Sie ist in vielen Fächern und unterschiedlichen Lehr- und Lernkontexten anwendbar, was in diesem Buch ausführlich beschrieben und an zehn detaillierten Unterrichtsbeispielen deutlich wird.

 

"Zehn in der schulischen Wirklichkeit erprobte Einheiten werden sehr detailliert beschrieben und bieten auch dem „Anfänger“ eine sehr gute Planungsgrundlage. (...) Die Offenheit dieser Lehrmethode (...) drückt sich auch in der außergewöhnlichen und lebendigen Buchgestaltung aus. Insgesamt ein großartiges Praxisbuch, das einen wesentlichen Beitrag zur Verbreitung der Dramapädagogik in den Schulen im deutschsprachigen Raum leisten kann und hoffentlich auch in der Lehrerbildung angemessene Berücksichtigung findet."

 Wolf Stahl in Korrespondenzen, Zeitschrift für Theaterpädagogik

 

ISBN 978-3-981722

Ein Praxisbuch über die Lehr- und Lernmethode der Dramapädagogik. Mit 10 Unterrichtsbeispielen für die Sekundarstufen I und II Berlin 2015 (Paperback)

24,95 €

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Reaktionen von Lesern_innen auf das Buch

 

"Mit viel Freude habe ich Ihr Buch gelesen und viele Anregungen bekommen, wie ich Unterricht lebendiger gestalten kann. Herzlichen Dank für diese Erfahrung. Gleichzeitig merke ich wieviel Respekt/Angst ich vor dieser Form der Arbeit noch habe und bin erinnert an die Zeit, in der ich mich vom Frontalunterricht verabschiedet habe. Auch das war mit großen Ängsten meinerseits verbunden. Ich werde am Wochenende entscheiden, welche der Übungen ich mir zutraue und dies mit meinem Team besprechen, in der Hoffnung entsprechende Unterstützung zu bekommen. Auf jeden Fall werden meine Schritte so sein, dass ich sie gehen kann, das schreiben Sie ja auch. Der Rest entwickelt sich dann hoffentlich mit der Gruppe, dem Team und der Erfahrung." (E. S., ehemalige Schulleiterin Anna Essinger Gemeinschaftsschule Berlin)

 

 

"Ich stöbere super gern in deinen Unterlagen zum vergnüglichen Lernen! :-)." (V.H., Unternehmensberater Hamburg)


BUCHTIPP

 

Oelschläger, Birgit: Bühne frei für Deutsch! Das Theaterhandbuch für Deutsch als Fremdsprache. Deutscher Theaterverlag 2017 (ISBN 978-3-7695-0337-1)

 

Sprache lernen ist ein lebendiger Prozess. Eine Sprache bedarf regelmäßiger Anwendung und Erprobung in einem angstfreien und anregenden Raum, in dem spaßvolles Ausprobieren erworbener Kenntnisse möglich ist. Daher braucht jeder erfolgreiche und zeitgemäß ausgerichtete Fremdsprachenunterricht Elemente aus der Theaterarbeit.

 

Birgit Oelschläger weist in ihrem handlungsorientierten Buch auf die wichtige Bedeutung des Theaters als Mittel einer ganzheitlichen Lernaktivierung hin. Durch die Umsetzung von Sprachkenntnissen in eine spielerisch-szenische Struktur wird Sprache erlebbar, fühlbar und somit nachhaltiger verankert. Dabei ist die partizipative Haltung der Lehrkraft Grundvoraussetzung, um diese Form der offenen Arbeitsweise zu ermöglichen, in der neben dem Spracherwerb auch die Eigenverantwortlichkeit und das kooperative Lernen gefördert werden.

 

Das Buch ist in vier gut strukturierte Teile gegliedert, die sinnvoll aufeinander aufbauen. Im ersten Teil begründet die Autorin die Notwendigkeit theatraler Elemente im Fremdsprachenunterricht überzeugend. Wer jetzt Lust bekommen hat, sich einmal im Unterricht auszuprobieren, kann mit kleinen Übungen und Spielen zur Wortschatzerweiterung, Grammatik und Phonetik, die im zweiten Teil vorgestellt werden, gleich weitermachen. Eine Legende, die eine klare Übersicht über Zielgruppe, Arbeitsform, Lernziele und Sprachniveau gibt, hilft bei der Auswahl geeigneter Übungen. Im Hauptteil des Buches stellt Oelschläger verschiedene inspirierende Unterrichtseinheiten vor, u.a. in den Bereichen Prosa, Lyrik und Theaterstücke, die in der Regel eine bis zwei Unterrichtsstunden umfassen. Die Autorin versteht diese Einheiten stets als Leitfaden und Anregung, die von den Lehrenden auf ihre Unterrichtssituation individuell modifizierbar sind. Im vierten und letzten Teil beschreibt die Autorin den Prozess einer Stückentwicklung mit Jugendlichen. Die einzelnen Schritte von der Ideensammlung bis hin zur fertigen Inszenierung werden ausführlich beschrieben und stellen einen hilfreichen Leitfaden für die eigene Theaterarbeit dar.

 

Das Buch richtet sich vor allem an Deutschlehrende in der Erwachsenenbildung und Sekundarstufe. Durch seine hohe Orientierung an der Praxis und seinen klaren und nachvollziehbaren Aufbau wäre es wünschenswert, dass Lehrende im Fach Deutsch als Fremdsprache dieses Buch für ihre tägliche Unterrichtsvorbereitung mit einbeziehen.

 

 

Dramapädagogik als Unterrichtsmethode - thematischer Einwurf

 

 

Seit den 1970er Jahren hat sich in den angelsächsischen Ländern Dramapädagogik (drama education) zu einem differenzierten didaktischen Modell entwickelt, das an den dortigen Schulen in verschiedenen Unterrichtsfächern angewandt wird.

 

Dabei steht die Förderung ästhetischer und individueller Ausdrucksmöglichkeiten („learning in drama“) gleichrangig neben dem gemeinsamen Prozess, zuvor definierte Lernziele durch das Medium Theater zu erreichen („learning through drama“, Gavin Bolton).

 

In einer Zeit, in der vielen Kindern und Jugendlichen Primärerfahrungen kaum mehr möglich werden, können über das Medium Theater neue Erlebens- und Erfahrungs(spiel)räume geschaffen werden. Durch diese Interdependenz von kognitiven, sinnlichen und emotionalen Inhalten werden Lernziele wesentlich nachhaltiger erreicht. Auf dem Weg dorthin wird der Bewegungsdrang konstruktiv für das Unterrichtsgeschehen genutzt.

Durch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Denk- und Körperarbeit kann das häufig aus Bewegungsmangel entstandene Störverhalten einzelner Kinder oder Jugendlicher reduziert werden. Auch schließt diese Art der prozessorientierten und selbständigen Wissenserarbeitung all jene mit ein, die Schwierigkeiten haben, in einer vorgegebenen Zeit rein ergebnisorientiert zu arbeiten.