JUGENDSTÜCKE

"Die Künste sind kein überflüssiger Luxus (...), sondern ein zentrales, definierendes Element kultureller und allgemeiner Bildung." Eckart Liebau



Foto: Carsten Hille, Theatergruppe der Anna Essinger Gemeinschaftsschule Berlin
Foto: Carsten Hille, Theatergruppe der Anna Essinger Gemeinschaftsschule Berlin

Die Schaffung einer spielerischen „Als-ob-Realität“ in der Theaterarbeit ermöglicht Freiräume für subjektives Erleben und Erfahren auf allen Sinneskanälen und setzt einen sinnvollen und notwenigen Kontrapunkt zu der Dominanz der Medien. In einer Zeit, in der vielen Kindern und Jugendlichen aufgrund ihrer Lebensumstände Primärerfahrungen kaum mehr angeboten werden,  entstehen mit dem Medium Theater neue Erlebens(spiel)räume, die einen Perspektivwechsel ermöglichen und die individuelle Lebenswelt bereichern

 

Die Jugendlichen beginnen,  ihren Körper mit seinen vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten zu entdecken und kontrollierter einzusetzen. Sie erkennen, dass das gesprochene Wort manchmal das Gegenteil dessen aussagt, was die Körpersprache ausdrückt und fangen an, Sprache zu dechiffrieren und hinter Fassaden zu blicken.

 

In ihrer Welt, in der Sprache sich stark aufs simsen, twittern und mailen reduziert hat, werden sie dazu angeregt, ihre eigene Sprache für die jeweilige Spielsituation zu finden, mit ihr zu experimentieren und ihre sprachlichen Kompetenzen zu erweitern.

 

Sie dürfen das  gefühlsmäßige Mittelmaß verlassen und große Gefühle wie Trauer, Ekstase, Angst, Hass zulassen und mit allen Konsequenzen in ihrer gewählten Rolle ausleben.